Schmerztagebuch

Schmerztagebuch

2025

Bruno Spicher

Schmerzen & Verletzungen

In diesem Tagebuch teile ich die Momente, in denen Verletzungen oder Schmerzen mein Training ausbremsen – manchmal nur leicht, manchmal komplett. Neben der reinen Dokumentation schreibe ich auch auf, welche Medikamente ich nehme und wie sich der Schmerz im Alltag anfühlt.

Linkes Knie – seit 8. Mai 2025

Die Laufeinheit an der Aare in Bern sollte eigentlich locker und entspannt werden. Doch gleich zu Beginn, beim ersten Bergablaufen Richtung Worblaufen, spürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz im linken Knie. Ohne äusseren Auslöser blieb er die gesamte Strecke über bestehen – ein ständiger Begleiter, der den Lauf von Minute zu Minute schwerer machte (vgl. Schmerzdiagramme).

Schmerzentwicklung und Massnahmen

Am 8. Mai 2025 begann alles: Plötzlich auftretende Schmerzen im linken Knie machten mein gewohntes Training unmöglich. Zunächst halfen Entzündungshemmer und ich konnte rund zehn Tage später wieder zwei lockere, flache Laufeinheiten absolvieren. Doch die Hoffnung hielt nicht lange an – nach jedem Lauf wurden die Schmerzen stärker und Medikamente (Voltaren Plus, Dafalgan und Pasta Boli) konnten sie nicht mehr vollständig lindern.

Seit dem 17. Mai 2025 befinde ich mich nun in einer Laufpause. Aufs Rennrad steige ich noch – solange die Strecke flach bleibt – und auch Spazierengehen im Flachen funktioniert ohne Probleme. Selbst beim Schlafen bin ich komplett schmerzfrei.

Doch sobald ich den Fuss ausdrehe, vom Sitzen ins Stehen wechsle oder mein Gewicht leicht auf das linke Knie verlagere, sind die Schmerzen sofort wieder da. 

Anfang Juni suchte ich ärztlichen Rat, und im Juli brachte ein MRI schliesslich die Diagnose ans Licht: eine Meniskusverletzung.

MRI Diagnose
  • Innenmeniskus, Hinterhorn
  • Abnutzungserscheinungen (mukoide Degeneration) mit etwas weniger Gewebe.
  • Kleine flüssigkeitsgefüllte Zysten (Ganglionzysten) neben dem Meniskus.
  • Riss des Meniskus: ein Stück des Meniskus ist etwa 11–12 mm nach innen (zum Gelenkspalt) verrutscht. Dieses verrutschte Stück zeigt deutliche Abnutzung.
  • Zusätzlich gibt es einen weiteren senkrechten Riss im Hinterhorn des Meniskus.
  • Aussenmeniskus, mittlerer Abschnitt
  • Sehr kleiner, feiner Riss (radiär).
  • Kein grösserer oder auffälliger Riss vorhanden.
Innenmeniskus, Vertikaler Riss im Hinterhorn
  • Beurteilung
  • Innenmeniskus: Komplexer Schaden. Ein Teil des Meniskus hat sich nach innen in den Gelenkspalt verschoben. Zusätzlich gibt es einen senkrechten Riss im hinteren Abschnitt
  • Aussenmeniskus: Sehr kleiner, feiner Riss im mittleren Abschnitt.
  • Knorpel: Abnutzung und Schädigung mittleren Grades (Grad II–III) im inneren Bereich zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen, dazu eine Reizung/Schwellung im Knochen direkt unter dem Knorpel.
  • Gelenkkapsel: Reizung/Entzündung an der inneren Seite.
  • Knie: Mässige Flüssigkeitsansammlung im Gelenk (Gelenkerguss).
Innenmeniskus, Klaffender Meniskusriss
Gespräch Kniechirurg

Das Gespräch mit dem Kniechirurgen am 13. August 2025 zeigte mir die nächsten Schritte. Die Optionen: eine Kortisonspritze kombiniert mit Physiotherapie – mit einer Heilungschance von etwa 50 Prozent oder mich unters Messer zu legen. Kortisonspritze habe ich noch am gleichen Tag erhalten und die Physio startete am 19. August 2025 bei der «Physio Orange» in Lyss.

Jetzt arbeite ich mit Geduld, Disziplin und Zuversicht daran, wieder schmerzfrei ins Lauftraining zurückzufinden.

Nach einer 105-tägigen Laufpause absolvierte ich am 30. August 2025 meine erste lockere, kurze Laufeinheit. Diese verlief soweit schmerzfrei. Einen Tag später verspürte ich jedoch drei Tage lang einen dumpfen Druck im Knie.

Am 4. September 2025 unternahm ich eine zweite lockere, kurze Laufeinheit, die ich nach 4 km abrupt abbrechen musste. Plötzlich auftretende, starke Knieschmerzen zwangen mich, humpelnd den Rückweg anzutreten. Die Beschwerden traten ähnlich wie im Mai 2025 auf.

Den Termin beim Kniechirurgen Dr. med. Philipp Henle von der Orthopädie Sonnenhof konnte ich vom 22. Oktober 2025 auf den 7. Oktober 2025 vor verschieben. Inzwischen wurde der Termin für den chirurgischen Eingriff auf den 1. Dezember 2025 festgelegt. 

 

Schmerzdiagramme

Verletzungen Allgemein

Sportverletzungen können jede Sportlerin und jeden Sportler treffen – sei es durch Überlastung, eine falsche Bewegung oder schlichtes Pech. Wichtig ist, im Moment der Verletzung richtig zu handeln. Die sogenannte PECH-Regel hat sich dabei bewährt: Pause einlegen, die betroffene Stelle eisen (kühlen), mit leichter Compression stabilisieren und anschließend hochlagern. Auf diese Weise lassen sich Schwellungen und Schmerzen von Beginn an reduzieren.

Ebenso entscheidend ist es, Schmerzen ernst zu nehmen. Wer eine Verletzung ignoriert und weitertrainiert, riskiert, dass sich das Problem verschlimmert oder chronisch wird. Deshalb gilt: Bei anhaltenden Schmerzen, starker Schwellung oder Bewegungseinschränkungen sollte unbedingt eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Moderne Diagnostik wie Röntgen oder MRI schafft Klarheit über die genaue Ursache.

Auch Medikamente und Therapien können Teil der Behandlung sein. Entzündungshemmer oder Schmerzmittel sollten jedoch nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt eingenommen werden. Sehr häufig wird zudem Physiotherapie empfohlen, da sie die Heilung beschleunigt und die verletzte Struktur durch gezielte Übungen wieder stärkt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist Geduld. Heilungsprozesse brauchen Zeit – oft mehr, als man zunächst erwartet. Ein zu früher Wiedereinstieg ins Training kann nicht nur die Heilung verzögern, sondern auch zu Rückfällen führen. Deshalb ist es sinnvoll, den Wiedereinstieg schrittweise und gemeinsam mit Fachleuten zu planen.

Um künftigen Verletzungen vorzubeugen, spielt Prävention eine zentrale Rolle. Dazu gehören ein gründliches Aufwärmen, Dehn- und Mobilitätsübungen, ein gezieltes Kraft- und Stabilisationstraining sowie das richtige Schuhwerk. Wer die Trainingsbelastung langsam steigert und auf die Signale des Körpers hört, minimiert das Risiko für erneute Verletzungen deutlich.

Kurz gesagt: Bei Sportverletzungen zählt das richtige Handeln im ersten Moment genauso wie ein bewusster und geduldiger Heilungsprozess. Wer auf seinen Körper hört, sich ärztlich begleiten lässt und rechtzeitig auf Prävention setzt, schafft die besten Voraussetzungen für eine gesunde Rückkehr ins Training.