Running

Das grosse Laufsport Glossar

Lexikon

Fachbegriffe rund um den Laufsport

Manche mögen es Laufsport-Slang nennen oder das Vokabular eines Läufers oder einer Läuferin.

So oder so, wenn Sie in den Sport einsteigen und wissen wollen, was die Leute sagen, ist es hilfreich, mit diesen Begriffen vertraut zu sein. Dieses Glossar wird fortlaufend ergänzt und aktualisiert.

Begriffe

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Propriozeptives Training
Propriozeptives Training ist eine Trainingsform, die gezielt die Tiefensensibilität – also die Wahrnehmung von Lage, Bewegung und Spannung der Gelenke – schult. Im Laufsport dient es vor allem der Stabilisierung von Sprunggelenk, Knie und Hüfte sowie der Vorbeugung von Verletzungen wie Umknicken oder Bänderrissen.
Grundlage sind sogenannte Propriozeptoren in Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln, die dem Nervensystem in Millisekunden melden, wie ein Gelenk positioniert ist und ob es instabil zu werden droht. Durch gezielte Übungen wie Einbeinstand, Balancekissen, Wackelbretter oder einbeinige Kniebeugen auf instabilem Untergrund lernt die Muskulatur, schneller und präziser auf solche Reize zu reagieren – ein wichtiger Vorteil auf unebenem Gelände oder beim Trailrunning.
Neben der Verletzungsprophylaxe verbessert propriozeptives Training auch die Laufökonomie, da Kraft effizienter über stabile Gelenke übertragen wird. Es eignet sich ideal als Bestandteil des Aufwärmens, etwa zwei- bis dreimal wöchentlich für 10 bis 15 Minuten, wobei die Belastung schrittweise gesteigert werden sollte – von stabilem zu instabilem Untergrund und von statischen zu dynamischen Übungen.

Drop
Drop (Sprengung) bezeichnet bei Laufschuhen den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuss. Er wird in Millimetern angegeben und beschreibt, wie stark die Ferse im Vergleich zum Vorderfuss erhöht ist. Ein Drop von 8 mm bedeutet beispielsweise, dass die Ferse um 8 mm höher liegt als der Vorfuss. Der Drop beeinflusst massgeblich das Laufgefühl und die Laufmechanik. Schuhe mit hohem Drop (etwa 10–12 mm) begünstigen eher einen Fersenlauf und können Waden- sowie Achillessehnen entlasten, während Modelle mit niedrigem oder keinem Drop (0–4 mm) einen natürlicheren Laufstil fördern, jedoch höhere Anforderungen an Muskulatur und Sehnen stellen. Die Wahl des passenden Drops hängt vom individuellen Laufstil, der Erfahrung, dem Trainingsumfang und möglichen Beschwerden ab.

TPE (Thermoplastisches Elastomer)
TPE (Thermoplastisches Elastomer) ist ein flexibles Material, das gummiartige Eigenschaften besitzt. Es wird oft in Mittelsohlen, Fersenstützen oder flexiblen Elementen in Laufschuhen verwendet, um eine Kombination aus Flexibilität und leichter Stabilität zu erreichen. TPE ist kostengünstiger als PEBA oder TPEE, aber dennoch robust genug für den Alltagsgebrauch in Laufschuhen.

TPU (Thermoplastisches Polyurethan)
TPU (Thermoplastisches Polyurethan) ist ein sehr widerstandsfähiges Material, das sich besonders für stark beanspruchte Bereiche in Laufschuhen eignet, etwa die Aussensohle oder Verstärkungen im Fersen- oder Mittelfussbereich. TPU ist deutlich härter als EVA oder PEBA, bietet daher weniger Däppfung, dafür aber eine hohe Abriebfestigkeit und Stabilität. Dadurch halten Laufschuhe mit TPU-Einsätzen länger und behalten ihre Form, auch bei intensiver Nutzung.

TPEE (Thermoplastisches Polyester-Elastomer)
TPEE (Thermoplastisches Polyester-Elastomer) kombiniert die Elastizität von weichen Materialien mit der Stabilität härterer Kunststoffe. TPEE ist langlebiger als EVA, bietet also eine höhere Verschleissfestigkeit, und eignet sich gut für Mittel- und Aussensohlen in Laufschuhen, die besonders strapazierfähig sein müssen. Es ist etwas schwerer als EVA, punktet dafür aber mit Robustheit und Formstabilität, was die Laufschuhe langlebiger macht.

Fragen & Antworten

Was bedeutet „Mann mit dem Hammer“ beim Laufen?

Der „Mann mit dem Hammer“ (auch Hammermann genannt) bezeichnet einen plötzlichen Leistungseinbruch, der durch Kohlenhydratmangel bzw. Hypoglykämie ausgelöst wird. Im Radsport und Skilanglauf ist dafür auch der Begriff „Hungerast“ gebräuchlich. Vorbeugen lässt sich mit gezieltem Ausdauertraining, das den Körper an die Energiegewinnung aus Fett gewöhnt, sowie mit rechtzeitiger Kohlenhydratzufuhr während des Trainings oder Wettkampfs, etwa über ein Sportgetränk oder ein Energiegel.

Was ist der Drop bei Laufschuhen und welcher ist der richtige?

Der Drop (auch Sprengung genannt) beschreibt den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuss eines Laufschuhs, angegeben in Millimetern. Schuhe mit hohem Drop, etwa 10 bis 12 mm, begünstigen einen Fersenlauf und entlasten Waden- sowie Achillessehne, während Modelle mit niedrigem oder gar keinem Drop, 0 bis 4 mm, einen natürlicheren Laufstil fördern, dabei aber höhere Anforderungen an Muskulatur und Sehnen stellen. Welcher Drop passt, hängt vom individuellen Laufstil, der Erfahrung, dem Trainingsumfang und eventuellen Beschwerden ab.

 

Was ist der Unterschied zwischen Pronation und Überpronation?

Pronation ist eine natürliche und erwünschte Drehbewegung des Fusses beim Abrollen, bei der sich der äussere Fussrand leicht anhebt und der innere Fussrand senkt. Bei einer Überpronation knickt der Fuss beim Abrollen dagegen ungewöhnlich stark nach innen ein, wodurch Gelenke, Sehnen und Bänder stärker belastet werden. Läufer mit Überpronation greifen häufig zu Stabilschuhen mit integrierter Pronationsstütze, um dieser Fehlbelastung entgegenzuwirken.

Was ist DOMS (Muskelkater) und wie lange dauert er?

DOMS steht für Delayed Onset Muscle Soreness, also verzögert einsetzenden Muskelkater, der durch kleine Entzündungen infolge von Mikrorissen in den Muskelfasern entsteht. Er ist ein natürlicher Teil des Trainingsprozesses aus Muskelfaserabbau und anschliessender Stärkung, durch den sich der Körper an höhere Trainingsbelastungen anpasst. Typischerweise tritt DOMS 24 bis 72 Stunden nach dem Training auf, besonders nach langen oder intensiven Einheiten oder nach ungewohnten Belastungen.

Was bedeutet VO2max und was ist ein guter Wert?

VO2max gibt die maximale Sauerstoffaufnahme des Körpers an, gemessen in Millilitern Sauerstoff pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute, und wird im Rahmen einer Leistungsdiagnostik mittels Spiroergometrie ermittelt. Ein durchschnittlicher, gesunder, untrainierter Mann nimmt etwa 45 ml/kg/min auf, eine durchschnittliche, gesunde, untrainierte Frau etwa 38 ml/kg/min. Spitzenathleten erreichen deutlich höhere Werte: Tour-de-France-Sieger Greg LeMond erzielte beispielsweise 92,5 ml/kg/min.