Cycling

Das grosse Radsport Glossar

Lexikon

Fachbegriffe rund um den Radsport

Manche mögen es Radsport-Slang nennen oder das Vokabular eines Rennradfahrers oder einer Rennradfahrerin. So oder so, wenn Sie in den Sport einsteigen und wissen wollen, was die Leute sagen, ist es hilfreich, mit diesen Begriffen vertraut zu sein.

Begriffe zu den „Grand Tours“ (Tour de France, Giro d’Italia und La Vuelta) und den „Monumenten des Radsports“ (Flandern-Rundfahrt, Paris–Roubaix, Lüttich–Bastogne–Lüttich, Mailand–Sanremo, Amstel Gold Race und La Flèche Wallonne) werden auch erklärt. Dieses Glossar wird fortlaufend ergänzt und aktualisiert.

Begriffe

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Es gibt 25 Namen in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben B beginnen.
Barrage
Als Barrage wird im Radsport die temporäre Neutralisation oder Aufteilung des Fahrerfeldes durch die Rennjury bezeichnet. Sie kommt insbesondere bei gefährlichen Situationen wie engen Ortsdurchfahrten, Bahnübergängen oder Stürzen zum Einsatz. Dabei wird ein Teil des Feldes kontrolliert verlangsamt oder gestoppt, um die Sicherheit zu gewährleisten, während sich davor bereits eine Gruppe abgesetzt haben kann. Eine Barrage kann somit auch rennentscheidend sein, da sie Lücken im Feld entstehen lässt.

Basso
Im Jahr 1977 von den Brüdern Marino, Alcide und Renato Basso gegründet, bietet die italienische Traditionsmarke Basso auch heute noch echte Rennrad-Qualität made in Italy. Dabei gehören die hochwertigen Bikes eher zum gehobenen Preis-Segment. Dabei charakteristisch sind neben dem stilvollen Design auch die individuell an den Einsatzzweck angepassten Geometrien der Carbon-Rahmen. Wer auf italienische Handwerkskunst steht, kommt an Basso nicht vorbei.

Beidou
Beidou ist ein chinesisches GPS-System, das die Abhängigkeit vom US-amerikanischen System verringern soll.

Belgischer Kreisel
Der belgische Kreisel wird oft in Radrennen benutzt um als Ausreissergruppe einen Vorsprung zu halten oder herauszufahren, weil mit dieser Formation der Windschatten sehr effektiv genutzt wird.Gefahren wird in 2 Reihen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten wobei der letzte Fahrer der langsamen Reihe (ca. 2 km/h langsamer) an das Hinterrad des letzten Fahrers der schnellen Reihe wechselt sobald dies möglich ist. Dadurch fährt die Gruppe in einer Kreiselbewegung.

Bemelerberg
Der Bemelerberg ist einer der berühmt-berüchtigt Anstiege des Amstel Gold Race. Nicht wegen ihrer Länge oder Höhe, sondern wegen ihrer Häufigkeit, Steilheit und technischen Schwierigkeiten.
  • Länge: ca. 900 m
  • Ø Steigung: 4–5 %
  • Max: 7 %
Letzter selektiver Anstieg vor dem Finale und ist taktisch sehr wichtig.

Bergkategorie
Kategorien, in die Anstiege je nach Schwierigkeit (Länge, Steigung) eigeteilt werden. Steigungen werden auf einer Skala von 1 bis 4 eingestuft, wobei Kategorie 1 die schwerste ist. Die Rennfahrer erhalten Punkte für die Bergwertung. Bei der Tour de France gibt es zusätzlich eine eine "Über-Kategorie" für extreme Anstiege namens "Hors Catégorie" (HC).

Bergwertung
Wettbewerb um den besten Kletterer, der nach einem Punktesystem ähnlich wie beim Grünen Trikot funktioniert. Der Führende trägt das Gepunktete Trikot.

Bergziege
Kleine und leichte Fahrer, die Steigungen besonders gut bewältigen.

Besenwagen
Ein Besenwagen (Französisch "la voiture balai"), ist ein Fahrzeug, das bei Strassenradrennen hinter dem Fahrerfeld fährt und die Teilnehmer aufnimmt, die das Rennen aufgegeben haben. Teilnehmer, die auf Grund von Erschöpfung, Krankheit oder einer Verletzung in den Besenwagen einsteigen, müssen dabei ihre Startnummer abgeben.

Bianchi
Das Unternehmen wurde im Jahr 1885 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Mailand, Italien. Bianchi ist für seine qualitativ hochwertigen Rennrräder und sein charakteristisches "Celeste" Blau bekannt. Naben dem stilvollen Design, legt die Prestige-Rennradmarke hohen Wert auf Performance und erstklassigen Materialien – daher werden insbesondere ambitionierte Rennfahrer angesprochen. Alle Rahmen von Bianchi werden mit viel Herzblut und dem langjährigen Knowhow am Hauptsitz in der Provinz Bergamo entwickelt.

Bibs
Auch als Bib Shorts bezeichnet, sind Fahrradshorts mit Hosenträgern. Letztere bestehen aus Lycra oder Mesh, um leicht, atmungsfähig zu sein und leicht auf den Schultern zu liegen. Sie sind die Wahl professioneller Radsportler wegen des aussergewöhnlichen Komforts.

Bikefitting
Das Bikefitting wurde entwickelt, um durch Vermessen des Körpers die ideale Position auf dem Rad zu finden. Erst die richtige Sitzposition auf dem Rad ermöglicht es dem Fahrer, Kraftübertragung, Aerodynamik und Komfort so zu kombinieren, dass Energie so effizient wie möglich in Bewegung umgesetzt wird. Beim Bikefitting werden verschiedene Aspekte des Fahrrads wie die Position des Lenkers, der Sattelhöhe und -neigung, die Pedalposition und andere Komponenten justiert, um eine optimale Fahrposition zu erreichen. Bikefitting kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden, z.B. durch eine manuelle Anpassung der Komponenten oder durch den Einsatz von Computertechnologie wie Laservermessung und Videoanalyse. Ein professioneller Fahrradhändler oder -mechaniker kann in der Regel eine Bikefitting-Sitzung durchführen und Ihnen bei der Anpassung des Fahrrads an Ihre Bedürfnisse helfen.

Bikesizing
Bikesizing ist der Prozess, bei dem die passende Fahrradgrösse und -geometrie ermittelt wird. Die richtige Fahrradgrösse und -geometrie sind wichtig, um ein bequemes, effizientes und sicheres Fahrerlebnis zu gewährleisten. Bikesizing kann auf verschiedene Arten durchgeführt werden, z.B. durch Messung der Körpergrösse, des Beininnenraums und anderer Körpermasse sowie durch Berücksichtigung des Fahrstils und der bevorzugten Fahrposition. Die ermittelten Daten werden dann verwendet, um die passende Rahmengrösse und Lenkerposition auszuwählen.

Bkool
Bkool ist ein spanisches Technologieunternehmen, das sich auf Indoor-Training-Simulatoren spezialisiert hat. Die Plattform ermöglicht es Nutzern, virtuelle Strecken, Workouts, Bahnradfahren und Indoor-Cycling-Kurse zu absolvieren. Mit Bkool können Sie berühmte Etappen der Radsportgeschichte nachfahren, im Londoner Velodrom trainieren, eigene strukturierte Workouts erstellen oder an von Instruktoren geleiteten Kursen teilnehmen.
  • Besonderheiten: Virtuelle Welten und reale Videos, 3D-Simulationen, soziale Funktionen wie Gruppenfahrten, vielseitig anpassbare Workouts.
  • Zielgruppen: Radfahrer, die eine Mischung aus realistischer Simulation und sozialer Interaktion suchen.
Gegründet wurde Bkool im Jahr 2010. Ursprünglich bot das Unternehmen sowohl Software als auch Hardware für das Indoor-Training an. Im November 2019 gab Bkool jedoch bekannt, sich aus dem Hardware-Geschäft zurückzuziehen, um sich vollständig auf die Weiterentwicklung seiner Trainingssoftware zu konzentrieren. [Quelle: Bkool]

Black Widows
Spitzname für schwarze Fahrradschuhe (schwarze Witwen). Vorzugsweise aus Lackleder und von einem italienischen Schuster.

Blow-up
Plötzliche Unfähigkeit aufgrund von Überanstrengung, das nötige Tempo aufrecht zu erhalten.

BMC
Im Rennradbereich gehört BMC zu den führenden Rennrad-Marken. Die Schweizer mit dem Hauptsitz in Grenchen im Kanton Solothurn stellen seit 1986 hervorragende Rennräder her. Nicht umsonst sitzen ausschliesslich Radenthusiasten unter den 120 Mitarbeitern. Bekanntheit erlangte BMC auch durch den Tour de France Sieg von Cade Evans im Jahr 2011. Beispielhafte Modelle sind die Modelle BMC Crossmachine, Roadmachine, Teammachine oder Timemachine.

BOA-System
Das BOA-System ist ein spezielles Verschlusssystem, das häufig in Radschuhen und anderen Sport- und Outdoor-Schuhen verwendet wird. Es bietet eine präzise, einfache und schnelle Möglichkeit, den Schuh festzuziehen und anzupassen. Das BOA-System besteht aus einer Kombination von Drehknöpfen (Rädchen), Stahl- oder Kunststoffseilen und Führungselementen, die den Verschlussmechanismus bilden.
Funktionsweise des BOA-Systems:
  • Drehverschluss: Das Herzstück des Systems ist ein Drehknopf, der es dem Träger ermöglicht, den Schuh durch Drehen straffer oder lockerer zu machen.
  • Seilsystem: Dünne, aber sehr robuste Seile aus Stahl oder Kunststoff verlaufen durch spezielle Führungselemente am Schuh und verteilen den Druck gleichmässig, wenn der Drehknopf betätigt wird.
  • Feinjustierung: Durch das Drehen des Rädchens kann die Spannung des Seils sehr präzise angepasst werden, sodass der Schuh optimal am Fuss sitzt.
  • Schnelles Lösen: Um den Schuh zu öffnen, wird der Drehknopf einfach hochgezogen oder auf eine bestimmte Weise gedrückt, wodurch sich das Seil sofort lockert und der Schuh schnell ausgezogen werden kann.
Das BOA-System ist besonders bei leistungsorientierten Radfahrern beliebt, da es eine präzise Anpassung und eine sichere Fixierung des Schuhs ohne viel Aufwand ermöglicht

BPM
Abkürzung für "Beats Per Minute" (Herzfrequenz oder Puls).

Breakaway
Im Radsport bezieht sich ein "Breakaway" auf eine Gruppe von Fahrern, die sich während eines Rennens von der Hauptgruppe (Peloton) absetzen. Diese Fahrer versuchen, einen Vorsprung zu gewinnen, indem sie gemeinsam arbeiten und sich gegenseitig unterstützen, um vor dem Peloton ins Ziel zu kommen. Ein Breakaway kann taktisch klug sein, um sich von der Konkurrenz abzusetzen, Punkte in Bergwertungen zu sammeln oder den Gesamtführenden zu gefährden. Oftmals wird ein Breakaway aber vom Peloton wieder eingeholt, insbesondere wenn die Hauptgruppe das Tempo erhöht, um den Vorsprung zu minimieren.

Brevet, Audax
Ein Brevet, oder auch Audax, ist eine nicht kompetitive Langstreckenausfahrt, bei der die Fahrenden eine festgelegte Route innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits absolvieren und ihre Passage an Kontrollpunkten belegen müssen. Die gängigsten Distanzen sind 200, 300, 400 und 600 Kilometer. Wer alle vier innerhalb einer Saison abschliesst, erhält den Titel Randonneur 600 und die Basis für die Teilnahme am legendären Paris-Brest-Paris, der alle vier Jahre stattfindet.
Audax und Brevet unterscheiden sich leicht in ihrer Philosophie: Beim klassischen Audax-Format fährt die Gruppe gemeinsam mit festgelegter Durchschnittsgeschwindigkeit, beim modernen Brevet-Stil ist jede Person individuell unterwegs, solange das Zeitlimit eingehalten wird. Beiden Formaten gemeinsam ist der Geist der Selbstständigkeit: Verpflegung, Navigation und Materialpflege liegen vollständig in der Verantwortung der Fahrenden.

Brücke fahren (Bridge)
Von „Brücke fahren“ spricht man, wenn ein Fahrer oder eine Gruppe versucht, die Lücke zu einer vorausfahrenden Ausreissergruppe zu schliessen. Dies erfordert meist eine hohe, gleichmässige Leistung über einen gewissen Zeitraum, da der Fahrer alleine oder in kleiner Gruppe gegen den Wind arbeiten muss. Gelingt der Anschluss, kann dies taktisch entscheidend sein, da sich die Gruppe vorne verstärkt.

Buffalo Bike
Das Buffalo Bike ist ein speziell entwickeltes Fahrrad, das von der Organisation World Bicycle Relief für Menschen in ländlichen und unterentwickelten Regionen hergestellt wird. Es ist dafür konzipiert, unter den harten Bedingungen dieser Gegenden zuverlässig und langlebig zu sein. Das Fahrrad zeichnet sich durch seine Robustheit und einfache Wartung aus und ist in der Lage, schwere Lasten zu tragen, was es für die vielfältigen Bedürfnisse seiner Nutzer, wie den Transport von Waren, den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, besonders wertvoll macht.

Bunny Hop
Ein Sprung über ein Hindernis wie etwa ein Stein oder Schlagloch, bei dem beide Räder den Boden verlassen.

Butyl
Die meisten Fahrradschläuche bestehen aus Butyl, das ist ein sehr elastischer, luftdichter und synthetischer Kautschuk. Das Gewicht der Schläuche aus Butyl schwankt sehr stark und ist vom Einsatzgebiet abhängig. Vorteile sind günstiger Preis und der geringe Luftverlust. Nachteile sind das hohe Gewicht und die Pannenanfälligkeit.

Faszination Radsport

Es ist nie zu spät, um einzusteigen! Lass dich von der Faszination Rennrad packen und geniesse die Zeit auf dem Bike. Falls du nicht schon überzeugt bist, findest du hier 5 Gründe die dich endgültig zum Rennrad-Fan machen werden.

1. Fitness und Abwechslung zum Alltag

In einer Zeit, in der man oft vom Stress persönlich geweckt wird und Druck der beste Freund zu sein scheint, ist es zunehmend schwerer geworden einfach mal abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.

Steig einfach auf dein Rennrad und pedaliere den Stress weg. Wenige Augenblicke nachdem du losgefahren bist ordnen sich deine Gedanken und du kannst richtig abschalten. Die frische Luft, die Natur und die Geschwindigkeit sorgen trotz der körperlichen Anstrengung dafür, dass du runterkommst und die Bodenhaftung behältst.

2. Grüner Fussabdruck und Fortbewegung

Das Rennrad als Transportmittel gewinnt wieder an Bedeutung wenn es um die Fortbewegung geht. Wer steht schon gerne im Stau und atmet Smog ein? Mit dem Rennrad fährt man in der Regel staufrei und ist trotzdem schnell. Die Fahrt von A nach B ist nicht nur umweltfreundlich, du fühlst dich auch einfach gut, wenn du etwas für den Planeten getan hast.

3. Der soziale Faktor

Ist dir schon mal aufgefallen wie sich Radfahrer freundlich grüssen, wenn sie sich entgegenkommen? Auch wenn du alleine fährst, bist du nicht alleine. Die Tatsache, dass du auf einer Rennmaschine fährst, macht dich automatisch zu einem Mitglied im „Club“.

Egal ob du dich mit Freunden triffst oder auch nur bei der Trainingsfahrt des Radvereins deiner Region mitfährst, du wirst immer jemanden finden, mit dem du über deine Erfahrungen sprechen kannst. Manchmal ist der Pausenkaffee oder das kleine Stück Kuchen mindestens genauso wichtig wie die Fahrt an sich. Man trifft sich, spricht über interessante Themen und hat einfach eine schöne Zeit mit Menschen, die deine Leidenschaft mit dir teilen.

4. Entdecke die Welt (oder Region)

Dein Rennrad ist die beste Möglichkeit um die Welt zu entdecken. Es gibt fast überall wunderschöne Strecken. Egal ob im Seeland,  Jura, Emmental, Schweizer Alpen oder Italienischen Alpen. Überall sieht man die Welt am besten, wenn man auf dem Rennrad sitzt. Wenn Selbstvertrauen und Ausdauer stimmen, wirst du erstaunt sein wie weit man mit dem Rennrad an einem Tag kommt.

Auf dieser Welt gibt es so viele eindrucksvolle und einzigartige Gegenden, dass ein Radsport-Leben kaum ausreicht um alles zu sehen. Vor allem die klassischen Strecken der Tour de France sind zu empfehlen. Es ist ein tolles Gefühl, die selbe Strecke zu fahren, auf der dein grosses Vorbild eine Tour-Etappe gewonnen hat. Auf den legendären Anstiegen der grossen Radrennen kannst du deinen Namen mit Kreide neben die vielen Namen grosser Fahrer auf die Strasse schreiben und viele andere Radsportler aus aller Welt treffen.

Das Beste aber ist die unglaubliche Vielfalt, die sich dir als Radsportler eröffnet.

5. Neues Spielzeug

Neue leichte Rahmen, Scheibenbremsen, Carbon-Lenker und das neue Laufradset lassen Radsportler-Augen glänzen. Wer anfangen will, bekommt aber schon für wenig Geld ein anständiges Rennrad, auf dem er seine ersten Versuche wagen kann.

Auch Technik-Freaks kommen auf ihre Kosten. Mit GPS-Geräten, Leistungsmessung, aerodynamischen Helmen und neusten Carbon-Gadgets ist für jeden etwas dabei.

Am Ende macht es keinen Unterschied welches Bike du fährst oder wie schnell du vorankommst. Geniesse die Freiheit, Fitness und Zeit mit deinen Freunden und mache den Radsport zu einem Teil deines Lifestyles. Gib dem Sport eine Chance, du wirst es nicht bereuen.