Cycling

Das grosse Radsport Glossar

Lexikon

Fachbegriffe rund um den Radsport

Manche mögen es Radsport-Slang nennen oder das Vokabular eines Rennradfahrers oder einer Rennradfahrerin. So oder so, wenn Sie in den Sport einsteigen und wissen wollen, was die Leute sagen, ist es hilfreich, mit diesen Begriffen vertraut zu sein.

Begriffe zu den „Grand Tours“ (Tour de France, Giro d’Italia und La Vuelta) und den „Monumenten des Radsports“ (Flandern-Rundfahrt, Paris–Roubaix, Lüttich–Bastogne–Lüttich, Mailand–Sanremo, Amstel Gold Race und La Flèche Wallonne) werden auch erklärt. Dieses Glossar wird fortlaufend ergänzt und aktualisiert.

Begriffe

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ExoLactate
ExoLactate ist ein von dem Sportwissenschaftler Aitor Virbay und seinem Team entwickeltes Energie-Gel, das als erste Produkt weltweit die Zufuhr von Laktat in hohen Mengen von aussen ermöglicht. In der Sportwissenschaft gilt es als bedeutendste Innovation im Ausdauersport seit den hochdosierten Kohlenhydrat-Gels, wie sie etwa bei der Tour de France eingesetzt werden.
Lange Zeit galt Laktat als Abfallprodukt des Stoffwechsels, das für die Muskelübersäuerung verantwortlich ist. Heute weiss man, dass Laktat tatsächlich ein schneller und effizienter Energieträger ist, den der Körper direkt verwerten kann. ExoLactate macht sich dieses Wissen zunutze und versorgt den Körper während der Belastung von aussen mit diesem Brennstoff – sogenannte exogene Laktataufnahme. Bisherige Versuche, Laktat über Nahrung zuzuführen, scheiterten an Magen-Darm-Problemen; ExoLactate erlaubt Dosierungen von bis zu 20 Gramm pro Stunde ohne solche Beschwerden.
Athleten berichten von geringerer gefühlter Anstrengung, besserer Ausdauerleistung und einem späteren Einsetzen der Ermüdung. Das Gel wird bereits bei Extremveranstaltungen wie der Tour de France, dem Western States Ultramarathon und dem UTMB eingesetzt. Bislang ist es dem Profisport vorbehalten. Eine Einführung für den Breitensport ist in Vorbereitung.

Bio-Radfahrer
Der Begriff Bio-Radfahrer bezeichnet im Radsport eine Person, die ausschliesslich aus eigener Muskelkraft fährt, also ohne elektrische oder motorische Unterstützung. Die Bezeichnung entstand als informelles Gegenstück zum E-Bike und wird vor allem in gemischten Gruppen verwendet, wo motorunterstützte und nicht motorunterstützte Fahrende gemeinsam unterwegs sind. In diesem Kontext dient das Wort "bio" als humorvoller Hinweis auf den rein menschlichen Antrieb.

Cincincycling
Cincincycling ist ein Veranstaltungsformat aus Bad Kreuznach, das sportives Radfahren mit dem Zugang zu den Weingütern der Region verbindet. Die Touren führen entlang der Nahe, durch die Weinberge Rheinhessens, der Pfalz, des Rheingaus und des Hunsrücks. Das Konzept steht exemplarisch für einen wachsenden Trend im Hobbybereich: Radfahren nicht als rein sportliche Veranstaltung, sondern als Kombination aus Bewegung, Genuss und gemeinschaftlichem Erlebnis — ähnlich wie der Eroica in der Toskana, nur in der deutschen Weinlandschaft. [Quelle: Cincincycling]

Formationsflug
Der Formationsflug bezeichnet das koordinierte Fahren mehrerer Personen in einer eng abgestimmten Gruppenanordnung mit dem Ziel, den Luftwiderstand für alle Beteiligten zu minimieren. Wer direkt hinter einer vorausfahrenden Person fährt, bewegt sich im Bereich des reduzierten Gegendrucks und spart dadurch erheblich Energie. Im Formationsflug wird dieses Prinzip auf die gesamte Gruppe ausgedehnt, indem die Fahrenden in präzisen Abständen und Versätzen zueinander positioniert werden.
Windrichtung und -stärke bestimmen dabei die optimale Anordnung: Bei seitlichem Wind entsteht die sogenannte Echelon-Formation, bei der die Fahrenden schräg zur Fahrtrichtung versetzt sind. Eine gut eingespielte Formation kann den Energieaufwand für die hinteren Fahrenden um bis zu 40 Prozent reduzieren und ist damit einer der entscheidenden taktischen Faktoren im Strassenrennsport.

Kinetic Air Pressure System (KAPS)
KAPS ist ein in Nabenkörper integriertes System, das es Fahrenden erlaubt, den Reifendruck während der Fahrt anzupassen. Die Pumpe wird durch die Rotation des Laufrades angetrieben ICT Group und über eine lenkermontierte Einheit per Bluetooth gesteuert. Cycling Weekly Entwickelt wurde es vom niederländischen Unternehmen Gravaa, das das System unter anderem beim Team Visma-Lease a Bike für Kopfsteinpflasterrennen wie Paris-Roubaix einsetzte.
Den bekanntesten Einsatz erlebte KAPS an den Gravel-Weltmeisterschaften 2024, als Marianne Vos kurz vor dem Ziel einen Platten hatte und dank des kontinuierlichen Nachpumpens den Sprint noch gewinnen konnte. Velora Cycling Im Januar 2026 meldete Gravaa Insolvenz an, nachdem die Skalierung der Produktion gescheitert war.

Faszination Radsport

Es ist nie zu spät, um einzusteigen! Lass dich von der Faszination Rennrad packen und geniesse die Zeit auf dem Bike. Falls du nicht schon überzeugt bist, findest du hier 5 Gründe die dich endgültig zum Rennrad-Fan machen werden.

1. Fitness und Abwechslung zum Alltag

In einer Zeit, in der man oft vom Stress persönlich geweckt wird und Druck der beste Freund zu sein scheint, ist es zunehmend schwerer geworden einfach mal abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen.

Steig einfach auf dein Rennrad und pedaliere den Stress weg. Wenige Augenblicke nachdem du losgefahren bist ordnen sich deine Gedanken und du kannst richtig abschalten. Die frische Luft, die Natur und die Geschwindigkeit sorgen trotz der körperlichen Anstrengung dafür, dass du runterkommst und die Bodenhaftung behältst.

2. Grüner Fussabdruck und Fortbewegung

Das Rennrad als Transportmittel gewinnt wieder an Bedeutung wenn es um die Fortbewegung geht. Wer steht schon gerne im Stau und atmet Smog ein? Mit dem Rennrad fährt man in der Regel staufrei und ist trotzdem schnell. Die Fahrt von A nach B ist nicht nur umweltfreundlich, du fühlst dich auch einfach gut, wenn du etwas für den Planeten getan hast.

3. Der soziale Faktor

Ist dir schon mal aufgefallen wie sich Radfahrer freundlich grüssen, wenn sie sich entgegenkommen? Auch wenn du alleine fährst, bist du nicht alleine. Die Tatsache, dass du auf einer Rennmaschine fährst, macht dich automatisch zu einem Mitglied im „Club“.

Egal ob du dich mit Freunden triffst oder auch nur bei der Trainingsfahrt des Radvereins deiner Region mitfährst, du wirst immer jemanden finden, mit dem du über deine Erfahrungen sprechen kannst. Manchmal ist der Pausenkaffee oder das kleine Stück Kuchen mindestens genauso wichtig wie die Fahrt an sich. Man trifft sich, spricht über interessante Themen und hat einfach eine schöne Zeit mit Menschen, die deine Leidenschaft mit dir teilen.

4. Entdecke die Welt (oder Region)

Dein Rennrad ist die beste Möglichkeit um die Welt zu entdecken. Es gibt fast überall wunderschöne Strecken. Egal ob im Seeland,  Jura, Emmental, Schweizer Alpen oder Italienischen Alpen. Überall sieht man die Welt am besten, wenn man auf dem Rennrad sitzt. Wenn Selbstvertrauen und Ausdauer stimmen, wirst du erstaunt sein wie weit man mit dem Rennrad an einem Tag kommt.

Auf dieser Welt gibt es so viele eindrucksvolle und einzigartige Gegenden, dass ein Radsport-Leben kaum ausreicht um alles zu sehen. Vor allem die klassischen Strecken der Tour de France sind zu empfehlen. Es ist ein tolles Gefühl, die selbe Strecke zu fahren, auf der dein grosses Vorbild eine Tour-Etappe gewonnen hat. Auf den legendären Anstiegen der grossen Radrennen kannst du deinen Namen mit Kreide neben die vielen Namen grosser Fahrer auf die Strasse schreiben und viele andere Radsportler aus aller Welt treffen.

Das Beste aber ist die unglaubliche Vielfalt, die sich dir als Radsportler eröffnet.

5. Neues Spielzeug

Neue leichte Rahmen, Scheibenbremsen, Carbon-Lenker und das neue Laufradset lassen Radsportler-Augen glänzen. Wer anfangen will, bekommt aber schon für wenig Geld ein anständiges Rennrad, auf dem er seine ersten Versuche wagen kann.

Auch Technik-Freaks kommen auf ihre Kosten. Mit GPS-Geräten, Leistungsmessung, aerodynamischen Helmen und neusten Carbon-Gadgets ist für jeden etwas dabei.

Am Ende macht es keinen Unterschied welches Bike du fährst oder wie schnell du vorankommst. Geniesse die Freiheit, Fitness und Zeit mit deinen Freunden und mache den Radsport zu einem Teil deines Lifestyles. Gib dem Sport eine Chance, du wirst es nicht bereuen.

Fragen & Antworten

Was ist ein Domestik im Radsport?

Ein Domestik (auch Gregario, Helfer oder Wasserträger genannt) ist ein Rennfahrer, der seine eigene Siegchance opfert, um einem Teamkollegen zum Sieg zu verhelfen. Zu seinen Aufgaben gehören das Herbeiholen von Flaschen und Verpflegung, die Verfolgung von Ausreissern sowie im Notfall sogar die Abgabe des eigenen Fahrrads an den Teamkapitän, sollte dieser ein technisches Problem haben.

Was bedeutet der FTP-Wert und wie wird er ermittelt?

FTP steht für „Functional Threshold Power“ und beschreibt die funktionale Schwellenleistung, also die Höchstleistung, die eine Person durchschnittlich über etwa eine Stunde erbringen kann, ohne zu ermüden. Der FTP-Wert wird in Watt angegeben und lässt sich mit einem Powermeter ermitteln. Viele Radprofis und ambitionierte Hobbyfahrer richten ihre Trainingszonen direkt nach ihrem individuellen FTP-Wert aus.

 

Was ist der „Mann mit dem Hammer“ im Radsport?

Der „Mann mit dem Hammer“, auch Hammermann oder Hungerast genannt, bezeichnet einen plötzlichen Leistungseinbruch infolge von Kohlenhydratmangel beziehungsweise Hypoglykämie. Vorbeugen lässt sich zum einen durch gezieltes Ausdauertraining, das den Körper an die Energiegewinnung aus Fett gewöhnt, zum anderen durch die rechtzeitige Zufuhr geeigneter Kohlenhydrate während der Fahrt, etwa über ein Sportgetränk oder ein Energiegel.

Was sind die „Monumente“ des Radsports?

Als Monumente werden die fünf ältesten und prestigeträchtigsten Eintagesrennen im professionellen Radsport bezeichnet: die Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich, Mailand-Sanremo und Il Lombardia. Sie gelten neben den drei Grand Tours (Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España) als die bedeutendsten Wettbewerbe im internationalen Rennkalender.

Warum ist Aerodynamik im Radsport so wichtig?

Der Luftwiderstand ist ab einer Geschwindigkeit von etwa 25 km/h der dominierende Widerstandsfaktor beim Radfahren und wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, wodurch sein Einfluss bei höherem Tempo überproportional zunimmt. Aerodynamische Optimierungen betreffen sowohl das Material, etwa Rahmen, Laufräder, Helm und Bekleidung, als auch die Körperposition auf dem Rad. In Summe können solche Massnahmen bei 45 km/h einen Vorteil von rund 70 Watt bringen, was sich direkt auf Zeit und Energieverbrauch auf der Strecke auswirkt.